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Die verschiedenen Zucht und Verbandsprüfungen

Der Werdegang eines jagdlich geführten Springer Spaniel

Das Schaubild soll zeigen in welcher Reihenfolge man einen Hund am besten bis zur Meisterprüfung mit Schweiß führt.



Reihenfolge der Brauchbarkeitsprüfung je nach Landesanforderungen

JZP und AZP
JZP und AZP unterscheiden sich in der Alterszulassung. Während die JZP für Hunde bis zu einem Alter von 18 Monaten ist, steht die AZP allen Hunden über 18 Monaten offen. Da es sich bei dieser Prüfung um eine reine Anlagenprüfung handelt ist es von züchterisch hohem Wert je früher der Hund seine Anlagen unter Beweis stellt. Denkt man nur mal an den Spurlaut, so ist es doch ein nachvollziehbarer Unterschied ob der Junghund diese Anlage mit 7 oder 8 Monaten zeigt oder die Anlage erst im Alter von 24 Monaten zum Vorschein kommt.
Bei Fächern wie Stöbern oder am Wasser wird es außerdem mit zunehmenden Alter immer schwieriger die Anlage des Hundes zu prüfen, da bereits Einflüsse durch Abrichtung zum tragen kommen können.
Welchen Fächer muss ich mich bei einer JZP oder AZP mit meinem Hund stellen, falls ich mich für eine dieser Prüfungen entscheide.

1. Die Hasenspur
Im Prinzip ist dieses Prüfungsfach ganz einfach. Man setzt wie auf dem Foto gezeigt den Hund mit einer Ablaufschnur auf die Hasenspur an, geht 20m mit dem Hund mit, wartet bis er sich auf der Spur „festgesaugt“ hat und lässt das eine Ende der Schnur los. Nun soll der Hund der Hasenspur möglichst lange, dem Verlauf möglichst genau und mit Spurlaut folgen. Folgt der Hund so wie ich es eben beschrieben habe, verfügen sie über einen auf der Hasenspur hoch veranlagten Hund.

2. Stöberanlage
In erster Linie geht es bei der Prüfung der Stöberanlage darum, dass sich der Hund von seinem Führer löst und in Dickungen eindringt um diese nach Wild abzusuchen. Findet er dabei Wild soll er dieses Laut zum Verlassen der Dickung bringen. Es erklärt sich von selbst, dass dieses Prüfungsfach sehr altersbezogen geprüft wird und je älter der Hund ist desto höher die Erwartungen an den Hund sind.

3. Schussfestigkeit
Bei der Schussfestigkeit wird der Hund zur Suche im Feld geschnallt in einer Entfernung von ca. 40 m wird dann ein Schrotschuss abgegeben. Reagiert der Hund nicht oder nur mit kurzem verhoffen ist alles in Ordnung. Sollte sich der Hund nach dem Schuss unter dem Auto verkriechen kann die Prüfung nicht bestanden werden. Da es zwischen den beiden Extremen noch verschiedene andere Stufen gibt sollten sie im Zweifelsfall sich mit einem Richter in Verbindung setzen. Sollte ein Hund bei dieser Prüfung Schwächen zeigen muss man sich darüber im klaren sein, dass es sich dabei um einen Wesensmangel handelt. Ich kann nicht verstehen wie Besitzer von Zuchthunden aus der Standardzucht mit ihren Hunden züchten ohne vorher diesen Test gemacht zu haben. Denn ist nicht der gesunde und wesensfeste Hund oberstes Zuchtziel und steht über allen anderen Anforderungen?

4. Wasserarbeit (wird in Zukunft möglicherweise wieder geprüft)
Früher wurden die Wasserfreude unserer Hunde auf Anlageprüfungen geprüft und in einem 4er Schlüssel bewertet. Da hier immer wieder zu Problemen kam wurde dieses Fach aus den Anlageprüfungen genommen. Heute sind von verschiedenen Züchtern und Führern Bestrebungen im Gange dieses Fach wieder in die Prüfung mit aufzunehmen. Allerdings ohne Bewertung nur mit der Auswahlmöglichkeit ja oder nein.

5. Führigkeit und allgemeiner Gehorsam
Führigkeit ist die angewölfte Bereitschaft des Hundes, mit dem Führer Verbindung zu halten und sich ihm freudig unterzuordnen. Beim allgemeinen gehorsam wird von einem angehenden jagdhund erwartet, dass er ohne Wildberührung auf Ruf oder Pfiff zu seinem Führer kommt und sich willig anleinen lässt.

Anlageprüfungen sind für die jagdliche Zucht von extremer Wichtigkeit zeigt es doch dem Züchter die Schwächen oder Stärken seiner gezüchteten Hunde und die Möglichkeit darauf entsprechend zu reagieren. Für so manchen erfolgreichen Deckrüden begann die Karrarie im Deckgeschäft mit dem bestehen einer Anlageprüfung. Konnte der Hund also den Anforderungen der Punkte 1-3 gerecht werden und wird er mit einem Partner gleichen Profils verpaart handelt es sich um eine Anlagenzucht. Dabei zu berücksichtigen Wasser und Wildschärfe wurde bis jetzt noch nicht geprüft. Effektiv handelt es sich bei Welpen aus solch einer Verpaarung niedrigster Anforderung für jagdliche Papiere um Nachkommen, welche spurlaute Eltern besitzen, die Schussfest sind und die Bereitschaft zeigten in eine Dickung einzudringen. Ich empfehle Ihnen sich, wenn irgendwie möglich, bei Hunden aus einer Anlagenzucht Verpaarungen auszuwählen bei der ein Elternteil über eine höherwertigere Prüfung verfügt, d.h. zusätzlich zur JZP/AZP eine VPS, Brauchbarkeit, HZP oder GP.

* Übersicht über die einzelnen Einstufungen der Preisklassen JZP/AZP



Herbstzuchtprüfung HZP
Bei der früher als EAP bezeichneten Herbstzuchtprüfung werden die erweiterten und gefestigten Anlagen des Hundes geprüft. Die Noten für Spurlaut, Spursicherheit und Spurwille werden von einer vorhergehenden JZP/AZP übernommen. Hat der Hund keine Übernahmenoten auf der Hasenspur, sprich vorher noch keinen Spurlaut gezeigt hat der Hund die Möglichkeit eine HP zu laufen. Die HP entspricht in allen Punkten der HZP und wurde eingerichtet um den nicht am Hasen spurlauten Hunden eine weiterführende Prüfung zu ermöglichen. Die HP ist jedoch keine Zuchtprüfung im eigentlichen Sinne, da ein Stöberhund Spurlaut haben muss. Doch nun zu den einzelnen Fächern der HZP

1. Stöbern
Beim Stöbern wird eine nun bereits gefestigte Anlage erwartet. Der Hund soll bereits sichtlich erkennbar den Willen haben Wild zu finden und entsprechend in Tiefe und Breite agieren. Dem Schwierigkeitsgrad angemessene Veränderungen im Gelände sind logisch und bedürfen keiner näheren Beschreibung.

2. Die Freiverlorensuche
Bei der Freiverlorensuche soll der Hund nach Schussabgabe möglichst schnell ein ausgelegtes Stück Wild finden. Eine Entfernung unter 40m sollte dabei vermieden werden. Einmal gefunden ist das Stück Federwild sofort aufzunehmen und dem Führer zuzutragen.

3. Die Wasserarbeit
Anders als bei einer JZP oder AZP hat die HZP eine ganze Reihe Prüfungsfächer am Wasser. Hierzu zählen Schussfestigkeitsprüfung am Wasser. Verlorensuche im deckungsreichen Gewässer, Verlorenbringen im deckungsreichen Gewässer.
Bei der Schussprüfung wird ein Stück Wasserwild in den Weiher geworfen und der Hund zum Apportieren geschickt. In einer vom Richter festgelegten Entfernung (10m vor erreichen der Ente) wir ein Schrotschuss auf das Wasser abgegeben. Der Hund soll völlig unbeeindruckt das Stück Wild aus dem Wasser holen. Im zweiten Prüfungsfach wird eine Ente oder der gleichen in einen dichten Schilfbestand geworfen und der Hund zur Suche aufgefordert. Hat der Hund gefunden soll er ohne zu zögern bringen und ausgeben. Das letzte Fach besser bekannt unter dem Namen stöbern hinter der lebenden Ente, ist ein aus tierschutzrechtlicher Sicht sehr heikles Thema und muss nach streng vorgegebenen Richtlinien geprüft werden.
Wird der Hund aus falschem Ehrgeiz zu früh auf einer HZP geführt und ist psychisch noch nicht in der Lage dieses Prüfungsfach entsprechend zu meistern kann dies sich auf die komplette Prüfungskarriere des Hundes auswirken. Eine mit genügend beurteilte Anlage bedeutet im praktischen Jagdbetrieb einer tierschutzkonformen Ausübung der Jagd. Von züchterischer Seite entspricht dieses jedoch nur den Mindestanforderungen. Alleine der Umstand, dass es sich in diesem Prüfungsfach um eine lebende Kreatur handelt verbietet es einem gesunden Menschenverstand sich später nur aus leistungsorientierter Sicht in diesem Fach nochmals zu verbessern.
Strebt man also mit seinem Hund höhere Noten an wartet man bis der Hund den entsprechenden Reifegrad besitzt. Bedenken sie auch, dass auf Brauchbarkeitsprüfungen in diesem Fach keine Noten vergeben werden und nur zwischen ausreichend und ungenügend unterschieden wird. Bei einer späteren Übernahme ist es also nur möglich die Mindestnote genügend zu übernehmen, auch wenn die Arbeit ansonsten höher zu bewerten gewesen wäre.
In jedem Fall kann auch hier nachvollziehbar die Arbeit nicht mehr wiederholt werden.

4. Führigkeit und allgemeiner Gehorsam
Da es sich bei der HZP um eine weiterführende Prüfung von JZP und AZP handelt werden natürlich höhere Ansprüche gestellt. Vom Nivaue einer VPS oder GP natürlich noch ein gutes Stück entfernt. Doch sollten die Fächer vor allem am Wasser bereits hier das Nivau einer GP erkennen lassen.

5. Bringfächer
Zwar wird beim Bringen noch nicht die scharfe Beurteilung der GP angewandt doch sollte der Hund im Ausbildungstand einer HZP in der Lage seine Bringfächer in GP Manier zu präsentieren.

Ein Hund der eine HZP bestanden hat, dürfte in den meisten Ländern auch in der Lage sein eine dem Landesrecht entsprechende Brauchbarkeitsprüfung zu bestehen. Das solche Hunde die im Wasser und an lebenden Wild geprüft wurden für die Zucht sehr wichtig sind bedarf keiner näheren Beschreibung. Es wäre wünschenswert, wenn wir langfristig nur noch Hunde ab HZP für die Zucht zu lassen könnten. Im Augenblick ist dies in Hinblick auf die bestehende jagdliche Population der Englisch Springer in Deutschland nicht möglich und würde nur zu unerwünschten Rückschritten in der Zucht führen.

Übersicht über die einzelnen Einstufungen der Preisklassen HZP




GP = Gebrauchshundeprüfung / Meisterprüfung

Mit der GP schließt sich der Kreis der Zuchtprüfungen. Da eine GP - anders als die vorhergehenden Zuchtprüfungen - den Abrichtestatus des Hundes wiederspiegelt, spiegelt sich im Ergebnis auch das Können des Hundeführers wieder. In jedem Fall verlangt sie vom Gespann über die zwei Tage andauernde Prüfung eine sehr hohes Maß an Vorbereitung und Können. Außerdem einen wesensfesten, führigen, sehr gehorsamen und für den jagdlichen Gebrauch gut veranlagten Hund. Werden nun Hunde mit bestandener GP miteinander verpaart so handelt es sich um eine Leistungszucht, des weiteren werden Hunde mit bestandener GP in einer Gebrauchshundeliste geführt. Diesem Umstand muss beim Richten einer GP Rechnung getragen werden. Es sollte jedem bewusst sein, dass das Prädikat GP einem Gütesiegel entspricht und nur mit wirklicher Leistung erreicht werden kann. Doch nun zu den einzelnen Fächern: Schweiß, Stöbern, Buschieren, Ruhe auf Schuss, Freiverlorensuche, Haarwildschleppe, Pirschen, Standruhe, Ablegen mit Schuss, Stöbern im Schilf, Schussprüfung am Wasser, Verlorenbringen im deckungsreichen Gewässer, Verlorensuche im deckungsreichen Gewässer, allgemeiner Gehorsam.

1. Stöbern
Die gezeigte Stöberarbeit soll der eines Gebrauchshundes entsprechen. Das heißt, planmäßig sein, bogenrein und den deutlichen Drang erkennen lassen Wild zu finden. Es muß die Passion eines Meisters erkennbar sein. Gefundenes Wild soll durch lautes Jagen zum verlassen der Dickung veranlasst werden. Im Hinblick auf die Bewertung der Arbeit fließen Brombeerdickungen und der Schwierigkeitsgrad des Geländes in die Bewertung mit ein, sind aber von untergeordneter Rolle. Am zweiten Tag ist die beschriebene Leistung zu wiederholen.

2. Schweiß
Die gestellte Arbeit entspricht einer 400m langen Fährte welche mit einem ¼ Liter Schweiß getupft oder gespritzt wurde und Übernacht steht. Über die Einarbeitung auf Schweiß gibt es genügend gute Bücher und es erübrigt sich lange Texte zu schreiben. Eines möchte ich Ihnen dennoch mit auf den Weg geben. Schweißarbeit ist Teamsache und vor allem Nervensache. 400m und 2 Winkel sind aber mit etwas Glück gut zu schaffen. Eine hervorragende Generalprobe für die GP ist eine vorherige VPS oder Brauchbarkeitsprüfung um die nötige Sicherheit im Fach Schweiß zu bekommen. Wer sich mit diesem Fach gut identifizieren kann hat noch die Möglichkeit vorher eine VSwP zu laufen. Mit einer vorher bestandenen VSwP ist man zur GP im Fach Schweiß aller bestens vorbereitet.

3. Buschieren
Beim Buschieren zeigt sich die Führigkeit des Hundes und die Bereitschaft mit seinem Führer Beute zu machen. Natürlich gehört auch hier ein entsprechender Gehorsam dazu und es ist bei temperamentvollen Hunden zeitweise schon schwierig diese in der Hand zu halten. Mit einem im Down 100%ig durchgearbeiteten Hund geht es allerdings, weil der Hund mit der Zeit lernt, dass es keinen Sinn macht sich aus der Hand seines Führers zu entfernen. Neuerdings werden hierfür diverse elektronische Hilfsmittel angeboten auf die ich aber nicht näher eingehen möchte. Ich warne jeden Laien bzw. Erstlingsführer vor der Benutzung dieser Geräte. In nicht fachkundiger Hand ist der verursachte Schaden größer ist als der Nutzen. Sollten sie absolut in diesem Punkt mit ihrem Hund nicht weiter kommen empfehle ich Ihnen einen fachkundigen Hundeführer aufzusuchen.
Ein anderes noch weit schwierigeres Thema ist es wenn sie einen Hund haben der an ihnen klebt und sich nicht lösen will. Hunde die man zur Jagd tragen muss sind für eine GP nur schwerlich geeignet. Den Stand eines wirklichen Meister werden sie mit so einen Hund vermutlich nur bedingt erreichen.

4. Ruhe auf Schuß
Ähnlich wie bei der Standruhe ist es sehr wichtig, dass der Hund nicht sofort nach jedem Schuss losprellt sondern auf das nächste Kommando wartet. Dies erreicht man indem man des öfteren einen Schuss abgibt ohne dabei mit Wild in Berührung zu kommen. Mit meinem ersten Hund habe ich das allerdings total falsch gemacht. Gott was habe ich mich anfangs gefreut wenn der Rüde nach der Schussabgabe angezogen hat und schnell das Wild gefunden hat. Später als ich begriffen habe, dass der Hund erst noch ein Kommando abzuwarten hat war es natürlich schon fast zu spät, da der Rüde bereits sehr schusshitzig geworden ist. Für eine perfekte Vorstellung reichte es jedoch nie mehr.
Also muss der Hund lernen nach der Schussabgabe auf seinen Platz zu bleiben. Wie ist ihnen überlassen. Einige lassen den Hund ins Down gehen, andere ins Sitz, der Dritte lässt ihn stehen (Befehl „bleib oder steh“).
Für was sie sich entscheiden ist dabei egal. Allerdings ist nach Schussabgabe für unseren Hund Pause und er hat am Fleck zu bleiben bis ein neues Kommando kommt. Das kann man üben. Ach ja, das Folge- Kommando sollte deshalb beim Üben auch nicht immer „such verloren apport“ sein, sondern kann auch mal hier lauten mit Anleinen, Fuß oder einfach dem Befehl zum Weitersuchen. Man trifft ja in der Praxis auch nicht immer. Das setzt jedoch voraus, dass sie in diesem Fall dann ohne Wild arbeiten. In jedem Fall soll es dem Hund nicht möglich sein das Folgekommando zu kennen. Ist es ihm aus Erfahrung bereits vorher bekannt und verknüpft er es immer mit einer Freiverlorensuche wird er nur sehr schwer am Platz zu halten sein.

5. Freiverlorensuche
Ich habe noch nie einen Hund gesehen der von seiner Nasenleistung nicht dazu in der Lage gewesen wäre Wild in einer Entfernung von 40m zu finden. Manchmal braucht es zwar seine Zeit bist der Hund Wind sprich Witterung vom Stück bekommt doch gefunden haben sie über kurz oder lang alle. Anders verhält es sich mit sogenannten Blinkern die nicht finden und vor allem nicht zutragen wollen. Diese Übung kann man zum Einarbeiten bereits mit einem sehr jungen Hund beginnen ohne dass dabei Wild im Spiel ist. Ein Handschuh über ein Apportel geht da genauso. Findet und trägt der Hund zu sollte man vor allem beim Einüben nie die Belohnung vergessen. Steigern sie langsam die Entfernung und den Schwierigkeitsgrad. Lassen sie vor allem einen jungen Hund nie an dieser Übung verzweifeln. Einen eingeübten Hund sollte man schon einmal vor eine wirklich schwierige Situation stellen, z.B. über einen Bach oder der gleichen. Es muss dem Hund klar sein, dass es hier kein Aufgeben gibt sondern gesucht wird bis das Wild gefunden ist. Also richten sie den Schwierigkeitsgrad immer nach dem Können des Hundes. Es bedarf vor allem bei Hunden mit weniger starkem Finderwillen diverser Motivationsübungen bis die gewünschte Hartnäckigkeit eines firmen Gebrauchshundes erreicht ist. Man kann in diesem Fach echt sagen: Übung macht den Meister.

6. Haarwildschleppe
Im Gegensatz zur HZP beträgt die Länge statt 200m nun 300m. Anders als bei den Verbandsprüfungen und den Jagdeignungsprüfungen wird die Schleppe im Feld gearbeitet und nicht im Wald. Ich empfehle ihnen dennoch beim Üben auch einmal eine Schleppe im Wald zu legen. Nichts ist schlimmer als ein sauer gefahrener Hund. Sollten sie einmal einen Hund haben der die Schleppe nach gewisser Zeit verweigert, haben sie in aller Regel zuviel geübt. Nehmen sie den Hund an die Abrollschnur und suchen sie mit ihm die vorher ausgezeichnete Schleppspur bis zum Stück. Angekommen lassen sie ihn aufnehmen und gehen mit ihm zum Ausgangspunkt zurück. Die Übung ist sehr wichtig damit der Hund begreift Befehle des Hundeführers werden in jedem Fall ausgeführt. Nach dieser Übung lassen sie den Hund eine Woche nicht mehr von der Leine. Die Arbeitsfreude wird sich von ganz allein wieder einstellen. Ohne viel Mühe und vor allem ohne den Hund noch mehr zu verprellen wird er das Kanin wieder bringen. Sollten sie dennoch weiter üben und denken sie könnten es mit Zwang lösen, müssen sie sich unter Umständen darauf einstellen, dass der Hund anfängt anzuschneiden oder zu vergraben. Nicht unbedingt das was man sich wünscht. Oder?

7. Pirschen
Pirschen ist ein reines Gehorsams- Fach zumindest am Anfang. Mit meinem alten Rüden habe ich einen meiner schönsten Jagderlebnisse dabei erzielt. Hat der Hund erst einmal begriffen um was es eigentlich geht, können sie sich seiner scharfen Sinne bestens bedienen. Leider sehe ich an Prüfungen dieses Fach immer sehr stiefmütterlich behandelt. Es ist wichtig, dass sie die Übung am Anfang nicht zu sehr ausdehnen und den Hund anschließend nicht schnallen. Leinen sie ihn an und gehen sie noch 5 min normal im Wald spazieren. Denken sie daran jede Übung beginnt im Sitz und endet im Sitz. Beherrscht der Hund die Übung perfekt werden sie plötzlich feststellen, dass sie den einen oder anderen Pirschgang mit ihm einlegen werden.

8. Standruhe
Der Hund hat sich in diesem Prüfungsfach, einer simulierten Treibjagd, ruhig zu verhalten. Er soll nicht winseln, Laut geben oder seinen Führer durch Zerren an der Leine irgendwie behindern und den Platz nicht ohne Kommando verlassen.
Wenn sie Dieses lesen ist es wahrscheinlich schon zu spät. Sicherlich waren sie schon auf diversen Treibjagden mit ihrem Hund. Der flüchtige Hase wurde von ihnen oder ihrem Nachbarn beschossen und der Hund auf den sichtigen Hasen geschnallt. Denkt man darüber ein wenig nach braucht man sich über das gezeigte Verhalten des Hundes nicht mehr wundern. Vergessen sie auf den ersten Treibjagden ihr Gewehr konzentrieren sie sich auf ihren Hund. Der Jüngling wird dann schnell begreifen, dass er in Sitzstellung Pause hat. Beschossene Hasen die sichtig zum liegen kommen werden selbst geholt. Erst wenn sich der Hund über mehrere Treiben ruhig verhält wird er auch mal ins Treiben geschickt um beim Nächsten wieder ruhig neben einem zu sitzen. Die Unterstützung der Treiber durch unseren Hund ist deshalb so wichtig, weil unser Stöberhund, anderes als die Vorstehhunde, ja auch gleichzeitig das Stöbern im Wald lernen soll. Außerdem lernt er dabei das schicken vom Stand. Aber wie gesagt nur wenn wir es wünschen. Lassen sie ihn überhaupt nie von der Leine wird er am Ende fürchterlich kleben und ist als Stöberhund meist verdorben.

9. Ablegen mit Schuß
Hierzu wird der Hund an einen Platz abgelegt. Möglichst unangeleint und ohne Gegenstand und da beides das Prädikat mindert. Ein an einen Baum angeleinter Hund kann max. das Prädikat genügend erreichen. Der Führer entfernt sich nun bis zu einer vom Richter zugewiesenen Stelle, wo er vom Hund nicht wahrgenommen werden kann. Dort sind im Abstand von 10 sec. zwei Schrotschüsse abzugeben. Der Hund hat hierbei auf der Stelle zu bleiben. Verlässt der Hund seinen Platz, zerrt an der Leine oder wird laut ist die Arbeit mit ungenügend zu bewerten. Ein Aufrichten in die Sitzposition mindert das Prädikat. Ein angeleinter Hund wäre somit durchgefallen. Bei einigen Hunden kann man hier nur sagen: Übung macht den Meister. Wichtig ist dass der Hund lernt egal was kommt „ich werde solange auf meinen Platz zurückgebracht, bis ich dort verweile“. Anfang sollten sie wenn es nicht klappt die Distanz verringern. Notfalls auf Sicht. Mit der Zeit funktioniert es dann auch so wie oben beschrieben.

10. Stöbern im Schilf
Das mit Abstand wohl größte Problem in diesem Fach liegt in der Tatsache, dass nur die wenigsten zum Üben über Gewässer verfügen die den Anforderungen dieses Prüfungsfaches entsprechen. Die meisten unserer Gewässer sind an Angelvereine verpachtet oder werden zur Karpfenaufzucht verwendet. Ein Schilfgürtel wird meist als störend empfunden und das Schilf schon bei Zeiten sehr kurz gehalten. Ich habe dieses Problem gelöst indem ich in einen zweiten Verein eingetreten bin. Bei mir war es der JGV Bayern e.V. Natürlich kann es aber auch jeder andere Verein sein der sich mit der Ausbildung von Jagdhunden befasst. Geschickterweise sollte man allerdings einen Verein auswählen der sich nicht auf eine bestimmte Rasse festgelegt hat. Kontakt kann man zu diesen Vereinen über die Internetseite des JGHV aufnehmen. In aller Regel besitzen diese Vereine über entsprechende Übungsgewässer. Nachdem wir Spanielleute sowieso sehr dünn gesät sind haben sie auch gleich noch einen kompetenten Ansprechpartner wenn es in anderen Ausbildungspunkten einmal hapern sollte. In meinem Fall haben sich daraus sehr viele Freundschaften und Jagdgelegenheiten ergeben zum Beispiel auf Enten womit wir wieder am Anfang sind. Gehen sie auf jede Entenjagd die ihnen geboten wird der Hund wird sehr schnell lernen um was es in Zukunft am Wasser für ihn geht.

11. Schußprüfung Wasser
siehe HZP

12. Verlorenbringen aus deckungsreichen Gewässer
siehe HZP

13. Verlorenbringen aus deckungsreichen Gewässer
siehe HZP

14. Bringfächer
Über das Bringen denke ich muss ich bei einer Gehorsamsprüfung nichts schreiben. Es dürfte jeden klar sein, dass man hier sehr hohe Maßstäbe ansetzten wird. In jedem Fall sieht man als Richter beim Bringen schnell wie gut oder schlecht ein Hund durchgearbeitet ist. Meist ziehen sich Mängel im Bringen von Anfang bis Ende einer Hundausbildung durch und spiegeln sehr schön die Konsequenz des Führers in allen Facetten bei der Ausbildung wieder. Natürlich kann man auch einmal Pech haben und es klappt aus irgend einen Grund nicht so wie geplant. Wir arbeiten ja schließlich mit einem Lebewesen zusammen und nicht mit einer Maschine, doch wird es sich dann um ein Fach handeln und nicht um alle.

15. Allgemeiner Gehorsam
Ohne wenn und aber -ein Hund der keinen Gehorsam hat, hat auf Prüfungen wie VPS und GP nichts verloren und wird auch kaum in der Lage sein eine derartige Prüfung zu bestehen. Kurzes nachprellen hinter Wild ist damit natürlich nicht gemeint.

Übersicht über die einzelnen Einstufungen der Preisklassen GP




Brauchbarkeitsprüfung (Bayern)
Da die Brauchbarkeitsprüfungen oder Jagdeignungsprüfungen Sache der Länder sind und dadurch teilweise erhebliche Unterschiede aufweisen beschränke ich mich auf das Land Bayern. Doch zuvor warum soll man eine Brauchbarkeitsprüfung laufen. Neben der Tatsache, dass der Jagdhund nach bestandener Prüfung ohne jeglichen Zweifel in der Jagdhaftpflichtversicherung mit versichert ist, gibt es außerdem eine 50% Reduzierung der Hundesteuer. Bei Berufsjägern liegt der Fall noch etwas anders. Kontrollieren sie jedoch genau ihre Versicherungspolice bei manchen Versicherungen ist der Hund nur während der Ausübung der Jagd mitversichert. Neben den positiven Effekten von Versicherung und Steuer sehe ich die Brauchbarkeitsprüfung als sehr gute Vorprüfungen zur HZP. Hüten sie sich jedoch vor Prüfungen in Ländern in denen die lebende Ente mitgeprüft wird. Da bei der Brauchbarkeitsprüfung nur zwischen bestanden und nicht bestanden unterschieden wird, werden somit keine Fachwertziffern vergeben. Das heißt eine lebende Ente wird nach bestandener Brauchbarkeitsprüfung mit der Fachwertziffer 2 übernommen. Nach dem es sich bei einer mit genügend bewerteten Arbeit um eine positive Leistung handelt ist eine Verbesserung nie mehr möglich. Diese Note muss also auf allen weiterführten Prüfungen so übernommen werden. Doch nun die Fächer in Bayern im einzelnen. Haarwildschleppe, Federwildschleppe, Schweiß, Schussprüfung Land mit allgemeinen Gehorsam, Schussprüfung Wasser, Verlorenbringen im deckungsreichen Gewässer, Leineführigkeit, Standruhe.

1. Schweiß
400m Tagfährte mit 250ml Schweiß. Herrliche Übungsfährte für die Nerven des Hundeführers bestens geeignet. Wenn es nicht beim legen aus Eimern regnet findet man selbst genug Schweiß. Trotzdem sollte man sie nicht unterschätzen. Die leichteste aller folgenden Prüfungsschweißfährten. Fürs Selbstvertrauen und zum kennen lernen des Hundes unter Prüfungsbedingungen sehr gut geeignet. Außerdem eine für eine Totsuche diverse Bestätigung falls es in der Praxis doch mal ernst wird.

2. Haarwildschleppe 300m
Die Haarwildschleppe ist anders als bei unseren Zuchtprüfungen im Wald und bereits 300m lang. Da wir unsere Hunde jedoch im Wald wie im Feld eingearbeitet haben stellt uns diese Aufgabe vor keinerlei Probleme.

3. Wasserarbeit
Siehe HZP ohne lebende Ente.

4. Federwildschleppe
150m im Feld sonst wie Haarwildschleppe.

5. Standruhe
Siehe GP.

6. Leinenführigkeit
Die Leinenführigkeit wird geprüft in dem man mit seinem Hund bei durchhängender Leine um mehrere Bäume läuft. Dies sollte ohne größere Schwierigkeiten geschehen und ist die Vorstufe zum Pirschen / GP.

7. Schußprüfung zu Lande
Hierzu wird der Hund voran geschickt und in einer Entfernung von 40m werden zwei Schüsse abgegeben.

Übersicht über die einzelnen Einstufungen der Preisklassen bei der Brauchbarkeitsprüfung ( Bayern)





VPS / Verbandsprüfung nach dem Schuß
Bei der VPS handelt es sich um eine Verbandsprüfung zugeschnitten auf alle nicht vorstehenden Hunde. Sie bildet somit den Ersatz zur VGP der Vorstehhunde und soll helfen Hunde der ehemaligen Gruppe 5 besser in den Verband zu integrieren. Anders als bei der GP werden hier die einzelnen Noten der verschiedenen Fachgruppen, Wald, Wasser, Feld zusammengefasst und entscheiden über den Preis. Im Gegensatz zur GP wo Nase und Stöbern den Schwerpunkt der Benotung bilden liegt dieser bei der VPS beim Schweiß. Wer also einen Rückruf auf der Schweißfährte hat ist automatisch im zweiten Preis. Dennoch ist es durch das zusammenfassen der Einzelnoten der verschiedenen Fachgruppen möglich den einen oder anderen Fehler auszugleichen. Was bei einer GP nicht möglich ist. Außerdem sollte erwähnt werden, dass es zur GP geringfügige Unterschiede in den Fächern gibt. Buschieren wird zum Beispiel meist im Stangenholz durchgeführt. Die Haarwildschleppe ist im Wald und nicht im Feld usw. Insgesamt betrachtet zählt die VPS in jedem Fall zu den anspruchsvollen Prüfungen die dem Niveau einer GP nur geringfügig nachsteht. Eine hervorragende Alternative für nicht spurlaute Hunde bzw. prima Generalprobe für Hunde welche die GP laufen sollen. In jedem Fall ist jedoch zu beachten, dass Hunde welche eine GP bereits bestanden haben keine VPS mehr laufen können.
Die verschiedenen Fächer im einzelnen:

Waldfächer:
1. Schweiß
Siehe GP muss jedoch für einen ersten Preis eine 4 sein.

2. Haarwildschleppe
300m zwei Haken im Wald.

3. Buschieren
Wird meist im Stangenholz durchgeführt, dort werden zwei Schüsse abgegeben.

4. Bringen
Siehe GP.

5. Stöbern
Siehe GP.

6. Fuchsschleppe
Wahlfach.

7. Bringen von Fuchs
Wahlfach.

Feldfächer:
1. Federwildschleppe
200m zwei Haken auf bewachsenen Boden.

2. Freiverlorensuche
Siehe GP.

3. Bringen von Federwild
Siehe GP.

Wasserfächer:
Wird nach bundeseinheitlichen Vorgaben durchgeführt und entspricht in allen Punkten der Gebrauchsprüfung.

Fachgruppe Gehorsam:
1. Allgemeines Verhalten / Gehorsam
Siehe GP.

2. Verhalten auf dem Stand
Siehe GP.

3. Leinenführigkeit
Wird bei VPS extra geprüft, Hundeführer läuft durch das Stangenholz, jedes verfangen oder ziehen an der Leine wirkt prädikatsmindernd.

4. Folge frei bei Fuß
Siehe GP pirschen.

5. Ablegen
Beim Ablegen kann sich an die GP orientiert werden. Die Zugeständnisse sind jedoch etwas größer als bei der GP. So wirkt ein zurückgelassener Gegenstand oder das sich Aufrichten auf 4 Läufen nicht in dem Maße Prädikatsmindernd wie bei einer GP.

6. Schussfestigkeit und Hereinkommen auf Ruf und/ oder Piff
Zur Prüfung der Schussfestigkeit schnallt der Führer seinen Hund. Während der Hund frei sucht oder läuft sind in seiner Nähe (30-50m) mindestens 2 Schrotschüsse mit einem Zeitabstand von wenigsten 20 sec. abzugeben.

Übersicht über die einzelnen Einstufungen der Preisklassen




VSwP / Verbandsschweißprüfung
Bei der Verbandschweißprüfung handelt es sich um eine erschwerte Schweißprüfung mit einer Standzeit von mind. 20 Std. bzw. mind. 40 Std., einer Länge von 1000m drei Haken und zwei Wundbetten und einigen Verweiserpunkten. Ziel ist es möglichst viele Verweiserpunkte, die Wundbetten zu finden und möglichst oft Schweiß( für die Nichtjäger Blut) zu melden. Während der gesamten Arbeit, welche von drei Sonderrichtern beobachtet wird, soll der Hund möglichst ruhig und zielgerichtet den gesamten Fährtenverlauf suchen. Die dabei gezeigte Arbeit fließt in die Gesamtbewertung mit ein. Erhält man einen Rückruf, Entfernung des eigentlichen Fährtenverlaufs ist mehr als 50-60m, wirkt dieser Prädikatsmindernd, beim dritten Rückruf hat man es dann überstanden und man darf Heim fahren und für die nächste Prüfung üben.
Diese Prüfungen stellen an Hund und Führer sehr hohe Ansprüche was die Teamfähigkeit betrifft. In keinem anderen Prüfungsfach werden Hund und Führer so zusammengeschweißt wie auf der roten Fährte. Die Anspannung die man bei so einer Prüfung hat ist enorm und das Glücksgefühl so eine Prüfung mit einem SW 1 zu bestehen ebenso.
Wer ernsthaft in Erwägung zieht sich auf diese Prüfung vorzubereiten kann sich im Nürnberger Raum im Vorbereitungskurs von Herrn Robert Haas 0911/5216739 bestens vorbereiten. Die Fährten werden von uns im Vorfeld gespritzt oder getupft und der Hund hat die Möglichkeit sich auf verschiedene Schweißarten und Geländestrukturen einzustellen.
Jedem Gespann wird beim Üben eine Anzahl von Verbandsschweißrichtern zur Seite gestellt und die Arbeiten im Anschluss besprochen und die „Hausaufgaben“ verteilt.
Leider meinen allerdings einige Hundeführer nach einer bestandenen Verbandsscheißprüfung ein gutes Nachsuchengespann zu sein. Betrachtet man es für den täglichen Hausgebrauch mag dies auch zutreffen, da es sich meist um Todsuchen von 400m oder weniger handelt. Hiefür ist man mit einer bestandenen VSwP bestens vorbereitet. Für eine echte Nachsuche allerdings bedarf es weit mehr. Einen absolut verlässlichen Hund der neben der nötigen Nervenfestigkeit auch die entsprechende Schärfe besitzt der im Falle einer Hatz in der Lage ist geringe Stücke abzuwürgen bzw. Sauen am Platz zu binden. Die Anforderungen an den Schweißhundeführer erst gar nicht berücksichtigt. Außerdem Zeit, Zeit, Zeit und eine ungeheure Portion Idealismus die Gesundheit seines Hundes und die eigene bei der Nachsuche auf starke Sauen aufs Spiel zu setzen. Von den Kosten des Nachsuchengespannes, vor allem wenn erfolglos, Benzin, Tierarzt, Kleidung usw. einmal ganz abgesehen.


Alle Angaben unter Vorbehalt.